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Die Schäfer der Fruchtbringenden Gesellschaft auf den Weimarer Ilmwiesen
Date Submitted: 30/07/2007 Date Last Modified: 31/07/2007

Vor der imaginären Ehrenpyramide für Herzog Wilhelm IV. (1598–1662) von Sachsen-Weimar, dem Oberhaupt der Fruchtbringenden Gesellschaft, weiden vier Schäfer ihre Herde auf den Ilmwiesen.


Ihre Namen sind eine Reminiszenz an die Schäfergesellschaft der Académie des Parfaits Amants, auch "Astrealische Gesellschaft" genannt, nach dem berühmten Roman L'Astrée von Honoré d'Urfé. Die vier Schäfer sind auch Mitglieder der 1617 in Weimar gegründeten Fruchtbringenden Gesellschaft, einer Ordensgesellschaft bzw. Akademie, der gebildete Mitglieder des deutschen und europäischen (Hoch-)Adels und anerkannte Dichter angehörten. Sie widmete sich der Pflege der Literatur, der Sprache, der schönen und nützlichen Wissenschaften und dem Streben nach dem Ideal der Honnêteté, d.h. des gebildeten, weltläufigen Hofmannes. Hinter dem Schäfernamen Sylvius verbirgt sich der Landesdirektor des Fürstentums Eisenach Zacharias Prueschenk von Lindenhofen. Der Schäfer Floridan ist der Dichter Siegmund von Birken, der auch Oberhaupt der Nürnberger Pegnitzschäfer bzw. des Pegnesischen Blumenordens war. Als Knemon begegnet uns Michael Albrecht von Schwan, und als Thyrsis erscheint der Sachsen-Weimarer Sekretär und Dichter Georg Neumark. Die dichtenden Schäfer, die ihre Lämmer am Ufer der Ilm gegenüber der Wilhelmsburg, dem Vorgängerbau des heutigen Stadtschlosses, im „Fürstlichen Lustgarten“ weiden, besingen die militärischen und landesväterlichen Tugenden wie auch die Leistungen für Kunst und Wissenschaften des 1662 verstorbenen Oberhauptes der Fruchtbringenden Gesellschaft. Wilhelm IV. erscheint auf der Pyramide durch einen genealogischen Stammbaum als Spross der ehrwürdigen alt- und kurfürstlichen Familien der Häuser Anhalt, Sachsen, Brandenburg, Bayern, Württemberg, Pfalz bei Rhein, Mecklenburg, Schlesien, Baden und Dänemark. Honoré d'Urfé, das große umworbene Vorbild für die Fruchtbringende Gesellschaft und die Schäfergesellschaft der Astrealischen Gesellschaft erklärte die germanischen und gallischen Geschlechter als aus einem Stamme entsprossen. Er hatte mit seinem Schäferroman ein Modell auch für deutsche Regionen und damit Weimar geschaffen. Ziel der deutschen Prinzen und Prinzessinnen und ihrer Schäferfreunde und -freundinnen war es, wie sie dem Autor schrieben:

"eines Tages unter Ihrer Schirmherrschaft die lieblichen Flüsse und Landschaften ihres Landes so erscheinen lassen zu können, wie der friedlich dahinfließende Lignon und die Provinz Forez durch die Schönheit Ihrer Schriften verklärt worden sind … Deshalb haben wir vor kurzem unsere wahren Namen, wie auch schon unsere Kleider, gegen die der Personen Ihrer Werke getauscht … Das erlaubt uns in aller Annehmlichkeit und mit derselben Freiheit, die wir im eben und in den Handlungen Ihrer freundlichen Schäfer und holden Schäferinnen wie im Goldenen Zeitalter verwirklicht sehen, uns in Gedanken allein miteinander zu unterhalten, wenn wir voneinander getrennt sind…und uns gemeinsam zu freuen, wenn wir uns manchmal zu Festen oder Versammlungen zu treffen, die uns die Gnade des Allmächtigen bisher noch erlaubt trotz den Wütens unserer Kriege …"

(Brief deutscher Prinzen [unter ihnen Bernhard von Weimar als Schäfer "Aristander"] an Honoré d'Urfé, postum abgedruckt Bd. 5 der Astrée, Paris 1625)


 
 
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